Romanistisches Kolloquium XXXII

Vom 15. bis zum 17. Juni 2017 findet an der Leibniz Universität Hannover das XXXII Romanistische Kolloquium zum Thema:

Fachbewusstsein der Romanistik

statt.

In der XXXII. RK-­‐Edition möchten wir uns zum wiederholten Male und doch auf eine neue Art und Weise mit der ‚wegweisenden‘ Frage „Quo vadis, Romani(stic)a?“ beschäftigen. Es erscheint uns angebracht, im zweiten Jahrzehnt des 21. Jh. eine Bestandsaufnahme zu machen und über die neuesten Entwicklungen im Fach Romanistik faktenreich und zuweilen auch selbstkritisch nachzudenken.
Eine neue und im RK-­‐Format bislang unerprobte Besonderheit soll darin bestehen, dass neben klassischen Vorträgen zwei moderierte Diskussionsrunden im Plenum angeboten werden, um einen besonders intensiven Austausch zu ermöglichen.
Welche Themen sollen im Vordergrund stehen?

Inhalte und Methoden: Welchen Erkenntniswert und welchen Wissenswert hat heute – unabhängig von den einzelnen Curricula – eine echt vergleichende, synchrone oder diachrone romanische Sprachwissenschaft? Oder: „Considérer l’ensemble des langues romanes a-­‐t-­‐il un sens aujourd’hui ?“ (Jean-­‐Marie Klinkenberg 2014). Was hat sich am Umgang mit Methoden in den letzten Jahrzehnten verändert? Wie steht die Romanistik im Vergleich zu den benachbarten Philologien (Germanistik, Anglistik, Slavistik) und zur allgemeinen Sprachwissenschaft methodisch da?

• Orte, Personen und Publikationsformen: Gibt es die Romanistik (fast) nur noch im deutschsprachigen Raum? Kann man von einer neuen Umverteilung der romanischen Sprachen an den romanischen Seminaren in Deutschland und Österreich sprechen? Welche Entwicklungen des Faches bzw. der einzelsprachlichen Fachteile in den romanischen Ländern nehmen wir als deutsche Romanisten wahr? Wer gilt heute als Romanist und welche Romanistentypen gibt es? Welche Qualifikationswege führen heute ggf. zu einer romanistischen Professur? Kann/soll der romanistische Nachwuchs Latein können? Welche Auswirkungen der Bologna-­Reform (BA/MA, interdisziplinäre und romanistische Studiengänge usw.) auf den romanistischen Nachwuchs sind heute sichtbar? Welche neuen Entwicklungen können im Publikationsverhalten der Romanisten festgestellt werden?

PROGRAMM

Donnerstag, 15.06.2017

14.00 – 14.15 Lidia Becker / Johannes Kramer: Begrüßung

14.15 – 15.00 Ulrich Hoinkes: Was wird aus Vulgärlatein und Strata? Zur Frage ob die moderne Romanistik zu ihrer eigenen Wissenschaftstradition auf Abstand gehen sollte 

15.00 – 15.45 Julia Richter: Mechanismen der diskursiven Konstruktion einer Facheinheit in der deutschsprachigen Romanistik

15.45 – 16.30 Silke Jansen / Alla Klimenkowa: „Zentrale“ und „randständige“ Gebiete in der Romanistik? Das Beispiel Sprachkontakt

16:30 – 17:00 Kaffeepause

17:00 – 17.30 Aline Willems: Quo vadis, Romani(stic)a? – das romanistische Lehramtsstudium heute 

Sandra Herling / Holger Wochele: Soll der romanistische Nachwuchs Latein können?

17.30 – 18.30 Diskussionsrunde: Was soll der romanistische Nachwuchs können?

 

Freitag, 16.06.2017

9.00 – 9.45 Maria Selig: Philologie, Linguistik – und Romanistik

9.45 – 10.30 Franz Lebsanft: Die romanische Sprachwissenschaft in den Romanischen Forschungen

10.30 – 11.00 Kaffeepause

11.00 – 11.45 Thomas Krefeld: Eine neue (digitale) Einheit für ein altes (philologisches) Fach - DromH

11.45 – 12.30 Eva Martha Eckkrammer: Romanische Philologie – Eintrittskarte in eine superdiverse Welt?

12.30 – 14.00 Mittagessen

14.00 – 14.45 Andrea Rössler: Quo vadis romanistische Fremdsprachendidaktik?

14.45 – 15.30 Matthias Heinz: Facheinheit vs. Auseinanderdriften methodischer und theoretischer Zugänge in der romanischen Sprachwissenschaft: Was trennt, was eint?

15.30 – 16.00 Kaffeepause

16.00 – 17.00 Joachim Born: Vollromanistik ja! Aber von wem und für wen?

Elmar Eggert: Romanisten als Experten für interkulturelles Verständnis

Alf Monjour: Romanistik nach Bologna? Zum Nachdenken über zukünftige Positionen der romanistischen Sprach- und Kulturwissenschaften

Sylvia Thiele: Sprachenvielfalt schützen – Mehrsprachigkeit(sdidaktik) einfordern

17.00 – 18.00 Diskussionsrunde: Vollromanistik: Pro und Contra

 

Samstag, 17.06.2017

9.00 – 9.45 Carsten Sinner: Wer sagt was in welcher Form und wird wie verstanden? Methodologische Probleme in der (romanischen) Sprachwissenschaft. Zur Frage nach Abgrenzungen, Ebenen und divergierenden Perspektiven

9.45 – 10.30 Antje Lobin: Von sprachlich korrekt zu politically correct. Normkonzepte im Wandel und ihre Bedeutung für die italienische und französische Sprachdiskussion 

10.30 – 11.00 Kaffeepause

11.00 – 11.45 Anna Ladilova / Dinah Leschzyk: Fortschritt durch Interdisziplinarität. Methodische Offenheit in der Romanistik 

11.45 – 12.30 Felix Tacke : „La linguistique cognitive, c’est de la linguistique tout court.“ Cognitive Linguistics und romanistische Sprachwissenschaft am Beispiel der Untersuchung romanischer Präsentativkonstruktionen

12.30 – 12.45 Lidia Becker / Johannes Kramer: Schlusswort


Info

Der Band des XXVII. Romanistischen Kolloquiums zum Thema "Stand der Kodifizierung romanischer Kleinsprachen" (Jena, 7.-9. Juni 2012) befindet sich derzeit im Druck. 

 

Neuerscheinung: RK XXVIII

Im Juli 2014 ist der Aktenband des RK XXVIII erschienen.

Lexikographie der romanischen Sprachen

Hrsg. von Wolfgang Dahmen, Günter Holtus, Johannes Kramer, Michael Metzeltin, Wolfgang Schweickard, Otto Winkelmann
America Romana
Tübinger Beiträge zur Linguistik (TBL), 548
ISBN: 978-3-8233-6912-7

Tübingen: Gunter Narr Verlag
Seiten: 276

Das Buch ist über Google Books hier einsehbar. 

Inhalt:

Die Beiträge des XXVIII. Romanistischen Kolloquiums befassen sich mit der lexikographischen Erforschung der romanischen Sprachen. Sie behandeln in einem ersten Teil Wörterbücher oder lexikographische Probleme des Rumänischen, Italienischen, Ligurischen, Dolomitenladinischen, des Französischen der Suisse Romande, des Frankoprovenzalischen und der iberoromanischen Sprachen. Den Abschluss des ersten Teils des Bandes bildet eine Untersuchung des europäischen Verfassungswortschatzes. Die vier Beiträge der zweiten Sektion beschäftigen sich mit Wörterbüchern der amerikanischen Romania. Dabei geht es um die kontrastiven Wörterbücher des Spanischen Lateinamerikas, die lexikographische Erfassung des dominikanischen Spanisch, ein in Arbeit befindliches etymologisches Wörterbuch der französischbasierten Kreolsprachen Amerikas und um die Wörterbücher des Papiamento.



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